Bio-Individualität oder: Warum halte ich nie eine Diät durch?


Bio-Individualität! Klingt langweilig, ist aber der Hauptgrund, warum Diäten so schwer durchzuhalten sind. Stell dir vor: Vielleicht bist du doch kein Diätversager…?

 

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…und wieder endet es mit dem Gang zum Kühlschrank!

Kennst du das? Deine Kollegin hat gerade innerhalb von 6 Wochen 10kg abgenommen. Wie hat sie das geschafft? Natürlich mit Hilfe eines exklusiven Abnehmprogrammes, das garantierte Resultate verspricht, auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und wahrscheinlich von irgendeinem berühmten Fitnessexperten täglich im Vorabendprogramm beworben wird. Die Diät scheint jedenfalls zu klappen. Der lebende Beweis sitzt täglich am Schreibtisch links von dir. Ganz klar, das ist das Diät-Programm, mit dem auch du endlich erfolgreich abnehmen wirst. Das musst du einfach ausprobieren! Gesagt, getan. Die erste Woche läuft ganz gut, die Waage zeigt sogar ein paar Kilos weniger an. Doch dann setzen die Gelüste ein. Und ehe du es dich versiehst, sitzt du auf deinem Sofa, und schaufelst einen halben Liter Ben & Jerry’s Cookie Dough Eiskrem mit Sprühsahne und Schokosoße in dich rein (das steht so natürlich nicht auf deinem Ernährungsplan!). Kaum hast du den Boden des Eisbechers erreicht, setzt auch schon das altbekannte Diätversager-Gefühl ein: Eine Mischung aus Selbstvorwürfen, Enttäuschung, Wut und einer Prise Selbstmitleid. Wie oft habe ich mich schon gefragt, was mit mir nicht stimmt. Vielleicht habe ich ja einen bisher unentdeckten seltenen Gendefekt?

 

Was wenn ich dir sage, dass du keine Schuld trägst?!

Was, wenn es nicht an dir, sondern an der Diät liegt? Stell dir vor, du folgst einem Ernährungsplan, der nicht speziell für dich, sondern für die Allgemeinheit entwickelt wurde. (Das trifft übrigens auf die meisten Diät Programme zu, die auf dem Markt sind. Auch auf die, die so tun als ob du sie personalisieren kannst). Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du schnell Gelüste nach „verbotenen Lebensmitteln“ entwickeln oder nach Gerichten, die gerade nicht auf dem Speiseplan stehen. Komischerweise erging es deiner Kollegin nicht so. Hat sie etwa mehr Durchhaltevermögen und Willenskraft? Keineswegs,  dieses Phänomen ist ganz normal und leicht erklärbar: Bio-Individualität!

Was ist Bio-Individualität?

Jeder Mensch is(s)t verschieden. Was für den einen gesund ist, kann den anderen krank machen. Roger Williams hat schon 1956 in seinem Buch Biochemical Individuality beschrieben,

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Wir sind alle verschieden – und das ist ok!

dass sich Menschen hinsichtlich ihrer Anatomie, Zellstruktur, der Zusammensetzung ihrer Körperflüssigkeiten und auch ihres Stoffwechsels unterscheiden. Das wiederum beeinflußt die Gesundheit im allgemeinen und den Nährstoffbedarf im Speziellen. Macht ja auch Sinn: Unser Aussehen ist verschieden, warum nicht auch unser Innenleben?! Inzwischen sind einige zusätzliche Studien zu diesem Thema durchgeführt worden. Experten gehen heute davon aus, dass unter anderem Faktoren, wie Geschlecht, ethnische Herkunft oder Blutgruppe eine Rolle dabei spielen, welche Nahrungsmittel wir vertragen und welche nicht.

Doch nicht nur biologisch unterscheiden wir uns voneinander. Auch unsere Charaktere, Vorlieben, Lebenssituationen und Tagesabläufe sind verschieden. Ich habe als berufstätige Mutter und Studentin zum Beispiel keine Zeit täglich 2 Stunden im Fitnessstudio zu verbringen. Kalorien oder Punkte zählen ist für mich der Horror schlechthin. Und gesunde Gerichte mit ausgefallenen Zutaten kann ich weder meinem Kind, noch meinem Mann vorsetzen. Dafür esse ich gerne mehrere kleine Mahlzeiten am Tag und bin am liebsten mit meiner Familie stundenlang in der Natur unterwegs.

Zurück zu deiner Kollegin: Entweder hatte sie Glück und der Ernährungsplan entsprach ihren persönlichen Vorlieben. Oder aber, sie hat all ihre Kraft und Energie verwendet, um diesem Plan trotz allen Widerwillens zu folgen. Dieses Level an Willenskraft wird sie nicht ewig aufrechterhalten können (ein anderes spannendes Thema über das ich bald berichten werde). Sie wird in ihr altes Essverhalten zurückfallen und wieder zunehmen.

Dein Essverhalten ändert sich öfter als du denkst!

Konstante Veränderungen gibt es auch bei deinem eigenen Essverhalten. Und das ist ganz normal! Du hast als Kind andere Dinge gegessen als jetzt. Und mit 80 Jahren wirst du wieder anders essen. Wenn du an einem Tag sehr aktiv bist, hast du Lust auf Nahrungsmittel, die dich an einem Tag, an dem du faul auf der Couch liegst, gar nicht anmachen. Im Sommer isst du anders als im Winter. Es spielen also Faktoren eine Rolle, wie: Alter, Wohlbefinden, Aktivität, Tageszeit und Jahreszeit.

Was lernen wir daraus?

Jeder Mensch ist anders. Wir unterscheiden uns auf biologischer Ebene, aber auch unser Charakter und unser Leben sind verschieden. Wir sind eben einzigartig!

Daher kann es keine „Einheits-Diät“ geben,  die für uns alle zum gewünschten Resultat führt. Wenn wir bei einer Diät versagen, dann liegt es nicht an uns, sondern daran, dass sie unsere individuellen Bedürfnisse nicht ausreichen erfüllt hat. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass ein Ernährungsprogramm, das diese Bedürfnisse einfach übergeht, in aller Regel zum scheitern verurteilt und manchmal sogar gefährlich für unsere Gesundheit ist!

Umdenken ist angesagt!

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Finde einen gesunden Lifestyle, der zu dir passt!

Du könntest jetzt natürlich 100 verschiedene Diäten ausprobieren, bis du vielleicht mal eine findest, die zu dir passt. Das ist allerdings nicht optimal für deine Gesundheit. Stattdessen rate ich dir deine Lebensgewohnheiten so zu ändern, dass du dich immer noch Wohl fühlst.

Meine Top Tipps:

  • Iss wenn du Hunger hast. Du musst dich nicht an vorgegebene Zeiten oder Kalorienlimits halten.
  • Höre auf zu essen wenn du satt bist (nicht früher und nicht später).
  • Nehme bewusst wahr, wie du dich direkt nach dem Essen und 2 -3 Stunden später fühlst. Hast du mehr Energie, bist du richtig satt und zufrieden, wie lange hält das Sättigungsgefühl an? Ein Ernährungstagebuch kann dir dabei helfen.
  • Iss Nahrungsmittel, die dir schmecken und gut für deinen Körper sind.
  • Sei offen für neue Nahrungsmittel. Sollten sie dir nach 3mal probieren aber immer noch nicht schmecken, dann iss sie nicht mehr.
  • Suche dir einen Profi (sprich: Health Coach), der dir dabei hilft einen Ernährungs- und Lifestyle-Plan zu entwickeln, der genau auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist.

Brauchst du Hilfe und willst mehr erfahren? Dann lass uns reden! Mache jetzt einen Termin für eine gratis dreißigminütige Beratungssitzung.

Ich freue mich darauf dich kennenzulernen!

Bleib awesome,

Andrea Maier Coaching

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